Auch das noch!



Als würden uns die digitalen Medien nicht schon genug mit Spam-Mails, kundenorientierter Werbung, reißerischen Werbe-Clips und dem ganzen Register der postindustriellen Internetkommunikation unter Dauerbeschuss nehmen, wagen wir immer mal wieder gerne den Versuch, komplexe Sachverhalte in größeren Gruppen per Mail zu klären. Eigentlich ein nahezu hoffnungsloses Projekt, schießt es uns sofort durch die Hirnlappen, schließlich wissen wir das schon längst und haben es häufig genug herausgefunden, aber es ist so verführerisch und eben scheinbar so verdammt praktisch und wer will seine Tage mit ständigen Treffen blockieren? Spätestens nach der 26. Antwort mit „Re: FWD: Re: …“ im Betreff wird uns klar, man hat wieder einmal die Rechnung ohne den Wirt gemacht und vor etwa 8 Nachrichten den Faden verloren. Also ackert man sich dünnhäutig durch die gesamte Kommunikation und versucht herauszulesen, über welches Detail gerade hitzig diskutiert wird. Wo hat wer was falsch verstanden? Wieso ist Person X jetzt beleidigt? Und warum zur Hölle, versteht keiner meinen brillanten Humor, bzw. warum sind alle anderen so verdammt albern und bleiben nicht bei der Sache?

Wollen wir uns nicht einfach treffen?

Weitere 7 Rundschreiben später ist es soweit und man wünscht sich ein einfaches steinzeitliches Treffen mit allen, um irgendwie auf den Punkt zu kommen und sämtliche Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, aber da steht natürlich das höchst komplexe Zeitmanagement der einzelnen Personen in unserer diversifizierten Informationsgesellschaft im Wege und man beginnt Kettennachrichten mit Terminabsprachen durch den virtuellen Raum zu schicken. Das Spiel beginnt also von vorne und bald schon merkt man, dann kann man auch gleich weiter am Thema bleiben. Ab Donnerstag wollen sowieso alle auf Piste, Y hat dienstags Thai Chi, Z montags und mittwochs Bandprobe und Günther hat die ganze Woche Nachtschicht und kann sowieso nicht.

Unwillkürlich beginnt man sich zu fragen, wie ging das eigentlich früher, also vor dem Internet und dem Mobiltelefon, mit dem Besprechen und Verabreden? „Da hat man sich einfach um 3 irgendwo verabredet und um 3 waren alle da.“ Sagt einer der Altvorderen und alle staunen, ob der Einfachheit der getätigten Aussage. Obwohl wir dann doch nicht ganz glauben können, dass das wirklich immer so geklappt hat.

Darum haben wir da mal was vorbereitet - man sieht sich ganz real im Laden Eures Vertrauens! 

 

Haltet Euch wacker                                        Euer Béi Chéz Heinz